Für Steuerfüchse

Gut Ding braucht Weile, haben sich die Entwickler des Mac-Steuerprogramms `SteuerFuchs´ gesagt: Mitte/Ende Februar kam die 2001er Version auf den Markt.

Unterthema: SteuerFuchs 2001

Das Mac-Programm wird immer relativ spät ausgeliefert, weil die Entwickler das Vorliegen der kompletten amtlich genehmigten Formulare abwarten. Die Formulare dienen direkt als Eingabemasken. Die in [1] getesteten Windows-Programme verwenden dagegen im Formularmodus Vektorgrafiken - gestaltet nach den schon im Herbst vorliegenden Mustern. Geringe Abweichungen von den endgültigen Formularen sind möglich - das kann mit dem SteuerFuchs nicht passieren. Dafür muss der Anwender mit den prinzipbedingten `Unschärfen´ der komprimierten Formulardarstellungen sowie mit dem höheren Platzbedarf (alle Formulare sind in mehreren Auflösungen gespeichert) leben.

Das Programmprinzip ist einfach und - sofern man die Formulareingabe bevorzugt - überzeugend: Die Eingaben erfolgen in den entsprechenden Formularfeldern, die Daten werden intern übernommen, geprüft und für die Steuerberechnung verwendet. Hinter alle Betragsfelder lassen sich Tabellen (auch verschachtelte) legen. Sie dienen der internen Ermittlung von Summen, können aber auch ausgedruckt und als Anlagen beigefügt werden.

Auf Wunsch (und wenn der Bildschirm groß genug ist) lässt sich der aus Themenbaum und Hilfetexten bestehende `SteuerNavigator´ parallel zum Formular anzeigen, was die - bei entsprechenden Windows-Programmen übliche - `klassische´ Fenster-Dreiteilung ergibt. Die Erklärungstexte im Navigator enthalten Links zu den entsprechenden Eingabefeldern. Der Navigator fungiert damit auch wie ein ausführliches `Interview´, das den Anwender durch alle Themen führt. Dieser kann im Formular die nötigen Eingaben machen und ist relativ sicher, nichts zu vergessen. Eine solche Vorgehensweise nützt vor allem Anfängern und den Anwendern, deren steuerliche Situation sich deutlich geändert hat.

Das Ergebnisfenster (SteuerKalkulator) lässt sich ebenfalls parallel einblenden, optional werden alle Ergebnisse laufend aktualisiert. Das stellt quasi die Luxus-Version der Steuertacho-Funktion anderer Programme dar - jedoch erweist sich die dreiseitige Steuerberechnung selbst nicht als sehr ausführlich und völlig unkommentiert. Details der Berechnung lassen sich nicht nachvollziehen, Fehler deshalb auch nicht näher eingrenzen.

In Sachen Bedienung liegen Komfort und Unbequemlichkeiten dicht beieinander. Die Funktion `Rechnen im Feld´ dürfte vorbildlich, die umständliche und kaum fehlertolerante Datumseingabe jedoch nicht mehr zeitgemäß sein. Womit wir bei den Minuspunkten wären, und die sind leider immer noch dieselben wie im letzten Jahr: Bei den Tabellen fehlen wichtige Vorgaben, unter anderem: Arbeitszimmerkosten im Eigenheim, AfA-Ermittlung und Werbungskosten bei vermieteten Immobilien, die Verwaltung mehrjährig abschreibungspflichtiger Arbeitsmittel.

Den Vorjahresfall öffnet SteuerFuchs wie einen normalen Fall, wobei das Programm alle Daten übernimmt - ausgenommen natürlich die, wo Formularfelder weggefallen sind oder geändert wurden. Markierungen für übernommene Eingaben gibt es nicht, manuelle Markierungen sind jedoch möglich. Für getrennte und besondere Veranlagung von Ehepartnern hat man zwei Steuerfälle anzulegen. Im Teststeuerfall berechnete das Programm (wie im Vorjahr) den Ausbildungsfreibetrag falsch. Bei der Eingabe der entsprechenden Daten bietet der (bei anderen Themen oft mustergültige) Navigator nur mangelhafte Hilfe. Ebenfalls wie im Vorjahr ermittelte das Programm etwas zu hohe Steuerabzugsbeträge.

Neben der Einkommensteuererklärung lassen sich mit dem SteuerFuchs die Gewerbe- und die Umsatzsteuererklärung erstellen. Für Letztere enthalten Tabellen die Option, die Umsatzsteuer automatisch herauszurechnen. Die elektronische Steuererklärung ELSTER übrigens wird vom SteuerFuchs nicht unterstützt. (Ralph Altmann/ae)

Literatur

[1] Ralph Altmann, Ran an den Steuerkuchen!, Sieben Steuererklärungsprogramme im Test, c't 1/ 02, S. 102

Kasten 1


SteuerFuchs 2001

Steuererklärungsprogramm

Hersteller Application Systems Heidelberg, www.application-systems.de
Systemanf. ab Mac OS 8.6
Preis 40 EUR, Update 20 EUR

Autor: Ralph Altmann

Auszug aus c't-Magazin 6/02 S.90
© Heinz Heise Verlag

ct-magazin
zum Anfang

zum Anfang

zum Index

zum Index